KI im Personalwesen beim Personalmanagementkongress 2026: Was darf KI und was nicht?
Am 25. Juni 2026 spreche ich auf dem Personalmanagementkongress in Berlin gemeinsam mit Lars Wolkenhauer von rexx systems über KI im Personalwesen, Verantwortung, Mitbestimmung, Vertrauen und das neue Selbstverständnis von HR.
Was darf KI im Personalwesen und was nicht?
Künstliche Intelligenz verändert das Personalwesen. Sie kann Lebensläufe strukturieren, Anforderungen abgleichen, Hinweise liefern, Texte formulieren, HR-Prozesse vorbereiten und Personalabteilungen im Alltag entlasten. Gerade in Zeiten von Fachkräftemangel, wachsender Komplexität, steigender Regulierung und hohem Effizienzdruck ist das ein enormes Potenzial.
Gleichzeitig beginnt genau an dieser Stelle die entscheidende Debatte: Wo endet sinnvolle Unterstützung und wo beginnt eine stille Machtverschiebung? Wann hilft KI dabei, bessere Entscheidungen vorzubereiten und wann laufen Organisationen Gefahr, menschliches Urteil nur noch formal nachträglich zu bestätigen?
Im Personalwesen entscheidet KI nicht über abstrakte Datenpunkte. Sie berührt Lebensläufe, Entwicklungschancen, Vertrauen und Zugehörigkeit.
Deshalb freue ich mich sehr, am 25. Juni 2026 beim Personalmanagementkongress in Berlin eingeladen zu sein. Gemeinsam mit Lars Wolkenhauer von rexx systems spreche ich in der Expert Session:
„Was darf KI im Personalwesen – und was nicht? Eine Debatte über Grenzen, Verantwortung und das neue Selbstverständnis von HR.“
Das Thema passt aus meiner Sicht sehr gut in das Programm des PMK 2026. Wer sich dort zwischen Keynotes, Vorträgen, Expert Sessions, Panels und Austauschformaten mit Zukunftsfragen von HR beschäftigt, kommt an künstlicher Intelligenz kaum vorbei. Entscheidend ist aber nicht nur, welche Tools möglich sind, sondern welche Haltung Organisationen im Umgang mit diesen Tools entwickeln.
Warum KI im HR eine Frage von Verantwortung, Ethik und Vertrauen ist
In vielen Organisationen wird KI zunächst als Effizienztechnologie betrachtet. Das ist verständlich. HR-Prozesse sind häufig administrativ aufwendig, fragmentiert und von hohem Erwartungsdruck geprägt. KI kann hier tatsächlich entlasten.
Aber im Personalwesen reicht die reine Effizienzlogik nicht aus. Wer Menschen einstellt, entwickelt, beurteilt oder begleitet, übernimmt Verantwortung. HR ist nicht nur Prozessfunktion, sondern auch Vertrauensinstanz. Genau deshalb muss die Frage lauten: Wie nutzen wir KI so, dass sie menschliche Verantwortung stärkt und nicht verdrängt?
Auch in meiner Tätigkeit in der Personal- und Organisationsentwicklung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf beschäftigen mich diese Fragen zunehmend. Digitale Transformation ist dort nicht nur ein technisches Projekt, sondern immer auch eine kulturelle, ethische und organisationale Aufgabe. Es geht darum, Menschen mitzunehmen, Orientierung zu geben und technologische Veränderung so zu gestalten, dass sie nicht entmündigt, sondern befähigt.
Aus meiner Perspektive braucht HR deshalb ein neues Selbstverständnis: weniger als reine Verwaltungsfunktion, mehr als verantwortungsvolle Gestalterin von Arbeit, Kultur, Vertrauen und digitaler Transformation.
Die zentralen Fragen: Was sollte HR an KI delegieren und was bewusst nicht?
Die Diskussion um KI im Personalwesen wird oft zu technisch geführt. Natürlich sind Datenschutz, Regulierung, Systemintegration, Mitbestimmung und Prozessqualität wichtig. Aber darunter liegt eine tiefere Frage: Was wollen wir als Organisation eigentlich automatisieren und was sollte bewusst menschlich bleiben?
Für HR-Verantwortliche, Personalmanager:innen, Führungskräfte und Organisationsentwickler:innen entstehen daraus mehrere Leitfragen:
- Transparenz: Verstehen Mitarbeitende und Bewerbende, wann und wie KI in HR-Prozessen eingesetzt wird?
- Verantwortung: Wer trägt die Entscheidung, wenn ein KI-System Empfehlungen liefert?
- Fairness: Wie verhindern wir, dass bestehende Muster, Vorurteile oder Ausschlüsse digital verstärkt werden?
- Mitbestimmung: Wie werden Beschäftigte, Interessenvertretungen, Datenschutz und Führungskräfte frühzeitig eingebunden?
- Kompetenz: Welche KI-Kompetenzen brauchen HR-Teams, um Systeme nicht nur zu bedienen, sondern kritisch einzuordnen?
- Menschenbild: Begreifen wir Menschen weiterhin als entwicklungsfähige Persönlichkeiten oder zunehmend als optimierbare Datenprofile?
- HR-Strategie: Wie wird KI nicht nur als Tool, sondern als Teil einer verantwortungsvollen HR-Transformation verstanden?
Genau hier entscheidet sich, ob KI im Personalwesen Vertrauen stärkt oder beschädigt. Nicht die Technologie allein ist das Problem. Problematisch wird es dort, wo Organisationen Geschwindigkeit mit Reife verwechseln.
Tempo ohne Würdeverlust: KI im Personalwesen verantwortungsvoll gestalten
Für mich verdichtet sich die Debatte in einem Satz: HR braucht Tempo, aber keinen Würdeverlust. Organisationen müssen schneller werden, ja. Sie müssen Bewerbungsprozesse verbessern, Mitarbeitende entlasten, Lernangebote personalisieren und Daten klüger nutzen. Aber Geschwindigkeit darf nicht dazu führen, dass Menschen im System nur noch als Fälle, Scores oder Prozessschritte erscheinen.
KI kann eine enorme Unterstützung sein, wenn sie als Assistenz verstanden wird. Sie kann Muster sichtbar machen, Entscheidungsgrundlagen verbessern und HR von Routinetätigkeiten entlasten. Aber sie darf nicht zum Ersatz für Haltung, Kontextsensibilität und Verantwortung werden.
Tempo ohne Würdeverlust: KI im Personalwesen verantwortungsvoll gestalten
In meinem vertiefenden Beitrag gehe ich genauer darauf ein, wie HR KI nutzen kann, ohne menschliches Urteil, Vertrauen, Teilhabe und Würde aus dem Blick zu verlieren.
Beitrag lesen: Tempo ohne WürdeverlustFür wen ist die Session beim Personalmanagementkongress 2026 interessant?
Die Session richtet sich an Menschen, die HR nicht nur digitalisieren, sondern verantwortungsvoll weiterdenken wollen: Personalmanager:innen, HR Business Partner, Personalentwickler:innen, Organisationsentwickler:innen, Führungskräfte, Datenschutz- und Mitbestimmungsakteur:innen sowie Entscheider:innen, die sich mit KI, HR-Software, Recruiting, Talent Management, Learning & Development und kultureller Transformation beschäftigen.
Besonders spannend ist die Session für Teilnehmende, die beim PMK 2026 nach Impulsen rund um KI im HR, Responsible AI, Mitbestimmung und Haltung, HR-Strategien, ESG, Talent Management, digitale Transformation und vertrauenswürdige Personalarbeit suchen.
Hinweis: Die Session ist Teil des Programms des Personalmanagementkongresses 2026. Tickets und Teilnahmeinformationen finden Sie direkt beim Veranstalter.
Warum der Personalmanagementkongress 2026 dafür der richtige Ort ist
Der Personalmanagementkongress bringt HR-Verantwortliche, Expert:innen, Speaker:innen, Referent:innen, Entscheider:innen und Praktiker:innen aus unterschiedlichen Organisationen zusammen. Gerade deshalb ist er ein guter Ort, um die KI-Debatte nicht abstrakt, sondern konkret zu führen.
Denn die Frage „Was darf KI im Personalwesen?“ lässt sich nicht allein durch Tools, Anbieter oder technische Machbarkeit beantworten. Sie braucht Perspektiven aus HR-Praxis, Organisationsentwicklung, Führung, Ethik, Recht, Mitbestimmung und Technologie.
Ich freue mich auf spannende Gespräche, neue Impulse und darauf, einige bekannte Gesichter wiederzusehen. Besonders interessiert mich, wie Organisationen aktuell mit KI experimentieren, welche Leitplanken sie entwickeln und wo sie noch Unsicherheit erleben.
Interesse an Austausch zu KI, HR und Verantwortung?
Wenn Sie ebenfalls beim Personalmanagementkongress 2026 in Berlin sind oder sich grundsätzlich mit KI im Personalwesen, Führung im digitalen Wandel, Organisationsentwicklung oder ethischen Leitplanken für HR beschäftigen, freue ich mich über den Austausch.
Schreiben Sie mir gerne eine Nachricht, wenn Sie vor Ort sind, einen Austausch planen möchten oder Interesse an einem Impuls, Fachbeitrag, Podcastgespräch, Vortrag, Panel oder Workshop zu diesem Thema haben.
FAQ: KI im Personalwesen, PMK 2026, Tickets und Referenten
Wann findet die Session zu KI im Personalwesen beim Personalmanagementkongress 2026 statt?
Die Session „Was darf KI im Personalwesen – und was nicht?“ findet am 25. Juni 2026 von 12:10 bis 12:55 Uhr in Berlin statt.
Worum geht es in der Session beim PMK 2026?
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie HR künstliche Intelligenz verantwortungsvoll einsetzen kann. Es geht um Effizienz, Fairness, Mitbestimmung, Vertrauen, KI-Ethik, Responsible AI und das neue Selbstverständnis von HR.
Wer sind die Referenten der Session?
Die Session findet mit Lars Wolkenhauer von rexx systems und Marlow D. Guttmann von der Evangelischen Stiftung Alsterdorf statt.
Ist die Session eine Keynote?
Die Session ist im Programm als Expert Session ausgewiesen. Inhaltlich richtet sie sich an alle, die beim Personalmanagementkongress 2026 nach Keynotes, Vorträgen, Panels und Expert Sessions zu KI, HR-Transformation, Mitbestimmung und verantwortungsvoller Personalarbeit suchen.
Gibt es Tickets für die Session?
Die Session ist Teil des Programms des Personalmanagementkongresses 2026. Der Veranstalter weist im Programm Ticket Berlin und Ticket Digital aus. Weitere Informationen zu Anmeldung und Teilnahme gibt es direkt beim Personalmanagementkongress.
Warum ist KI im Personalwesen ein sensibles Thema?
HR-Prozesse betreffen Menschen direkt: Bewerbung, Entwicklung, Beurteilung, Teilhabe und Karrierechancen. Deshalb braucht der Einsatz von KI klare Verantwortlichkeiten, Transparenz, Datenschutz, Mitbestimmung und menschliche Urteilskraft.
Wie kann HR KI verantwortungsvoll einsetzen?
HR sollte KI als Assistenzsystem verstehen, nicht als Ersatz für Verantwortung. Wichtig sind klare Leitplanken, nachvollziehbare Prozesse, Beteiligung relevanter Stakeholder, kritische KI-Kompetenz und ein menschenzentriertes Verständnis von Personalarbeit.
Marlow D. Guttmann
Marlow D. Guttmann arbeitet in der Personal- und Organisationsentwicklung der Evangelischen Stiftung Alsterdorf. Als Fachautor, Speaker und Podcast-Host beschäftigt er sich mit Führung, Coaching, Mentoring, Organisationskultur, KI-Kompetenzen, Ethik und generationensensibler Personalentwicklung.
